Testberichte

DYNACORD A 112A und A 118 A : Treue Begleiter

DYNACORD A 112A und A 118 A : Treue Begleiter

7. Juli 2015

Qualität hat ihren Preis – das ist bekannt. Aber auch für einen erstaunlich übersichtlichen Kaufpreis kann man durchaus einen hohen Qualitätsstandard erhalten, wenn zum Beispiel ein kompetentes Entwicklerteam Komponenten aus eigenem Haus optimal aufeinander Abstimmt und in das Produkt das Know-How eines bekannten und weltweit agierenden Konzerns einfließt. Vereinfacht gesagt – günstige Hauspreise und minimale Entwicklungskosten innerhalb des Konzerns machen Qualität preiswert. Das Ergebnis so einer Entwicklung: die A-Line von DYNACORD.
Die Produkte aus Straubing genießen seit vielen Jahren einen guten Ruf unter Musikern und Technikern. Dabei wird die Marke DYNACORD – unverständlicherweise – noch immer und häufig mit Musikerequipment auf Tanzbandniveau in Verbindung gebracht. Ein fataler Fehler, denn aus Straubing kommt schon lange handfeste Technik für Profis. Endstufen der Power-H-Serie, Alpha-Line und VariLine-Serie für Club- und Livesound sind gehobener Standard in der Veranstaltungsbranche, zudem steckt viel „German Engineering“ in den Produkten der weltweit akzeptierten.
Die A-Line macht da – trotz ihres günstigen Preises – keine Ausnahme. Tops und Subs, uns standen die aktiven Topteile „A 112A“ und die Subs „A 118A“ zur Verfügung. Sie sind durchweg mit Treibern von Electro-Voice oder DYNACORD bestückt. Eingesetzt werden der EVS-12K und der DH-1K im Topteil. Wie der Name vermuten lässt handelt es sich um einen 12-Zöller für den Midbass und einen 1,5-Zöller für den Hochtonbereich. Für das „A“ in der Bezeichnung der Box sorgt zudem ein 500-Watt-Class-D-Verstärkermodul mit integriertem DSP. Als regelnde Einheit kommen im Verstärkermodul sogenannte FIR-Filter zum Einsatz, die gegenüber herkömmlichen DSP-Modulen einige klangliche Vorteile aufweisen. Welche, erklären wir euch im Mehrwert. Vorher noch die restlichen Fakten zum Top: verpackt sind die Treiber in einer stabilen, dennoch leichten Kiste aus 15 mm Pappelsperrholz, beschichtet mit subjektiv etwas dünn geratenem, schwarzen 2-K-Strukturlack. Ein solides Schutzgitter nebst Akustikschaum, schützt die Schallwand. Das Anschlussfeld bietet zwei getrennt regelbare Inputs für Line- oder Mikrofonsignale und ist sauber versenkt auf der abgeschrägten Rückseite der Box zu finden. Zusätzlich gibt es noch einen „Stereo-Eingang“ in Cinchform und einen symmetrischen Line-Out, der das Summensignal herausführt. Für die Gesamtlautstärke gibt es ebenfalls einen Regler, zusätzlich lässt sich ein Lowcut (für den Betrieb mit einem Subwoofer) zuschalten. On Top gibt es noch einen weiteren Schalter, der Einfluss auf den Klang des Topteils hat – mit ihm kann zwischen Monitor- und Mainbetrieb umgeschaltet werden. Im Main-Modus klingt die Box straffer und mit betonten Bässen und Höhen, im Monitor-Modus präsentieren sich die Bässe und Höhen abgeschwächt, wodurch die Box präsenter klingt – für den Monitorbetreib durchaus eine sinnvolle Voreinstellung. Alles in allem also guter, sogar gehobener Standard und kein objektiver Mangel zu finden.

Übersichtlich und ausreichend bestückt

Übersichtlich und ausreichend bestückt

Auch für den Sub können wir ein gutes Zeugnis ausstellen – auch hier fehlt nichts. Der Bass macht augenscheinlich eine gute Figur. Bestückt mit einem 18-Zöller von Electro-Voice und einem Class-D-Modul mit 400 Watt ist der mechanische Aufbau analog zum Topteil gut. Elektrisch betrachtet erweist sich das Anschlussfeld natürlich etwas einfacher bestückt. Hier gibt es einen Ein- und einen Ausgang im XLR-Format, dazu einen Regler für den Pegel und einen Phasendreher. Physikalisch nicht ganz richtig bezeichnet, denn gedreht wird die Polarität, aber tatsächlich kommt es ja nicht auf den Namen, sondern auf die Wirkung an. Bei ungünstiger Positionierung des Basslautsprechers können Basslöcher entstehen, die Wiedergabe klingt dann matt und ungleichmäßig. Abhilfe kann der Griff zum Phasendreher schaffen, durch „drehen“ der Polarität wird eventuell die Ankopplung von Bass und Top verbessert, der Sound dadurch homogener.
Auf den ersten Griff lässt sich das System aus zwei Subs und zwei Tops erstaunlich gut bewegen. Natürlich wäre ein Satz Rollen unter dem Sub wünschenswert, aber hier wird man leider enttäuscht. Bleibt also nur der Griff zum Rollbrett als Transporterleichterung. Wo beim Bass zwei Griffe sitzen, gibt es beim Top nur einen Griff an der Seite – was aber dank des überschaubaren Gewichts der Box kein echtes Manko darstellt. Ansonsten geht alles flott von der Hand, mit Spannung versorgt wird noch immer standesgemäß über Kaltgerätekabel, an der Stelle wird es wirklich mal Zeit, dass eine verriegelbare Variante Einzug hält. Volex oder Powercon steigern die Betriebssicherheit von aktiven Systemen immens – und die Mehrkosten sind überschaubar.
Zum Test haben wir das System mit zwei Tops und zwei Subs mal gehörig durch die Säle getrieben. Auf dem Programm standen ein Rockkonzert, jede Menge Karneval am Rhein und verschiedene Partys, bei denen wir das System auf Herz und Nieren geprüft haben. Ergebnis: durchweg positiv. Gefallen hat der einfache, schnelle Aufbau und das geringe Gewicht, am Gesamtsound war durchweg nichts Auszusetzen. Selbst ohne Subs machen die beiden Tops im Fullrangemodus bis unter 60 Hertz angenehmen Dampf und gute Partylautstärke. Beim Konzert gefallen haben die Reserven bei den Tops. Selbst wenn es mal richtig laut werden musste, gab es immer noch ein schönes Mittenbrett für klare, durchsetzungsstarke Stimmen. Im Fullrangemodus ist dieser Effekt nicht so ausgeprägt, da erscheint der Mittenbereich auf Kosten der erweiterten Bassperformance etwas eingeschränkt.

Fazit
Für den aufgerufenen Verkaufspreis bekommt man ein solides System und jede Menge Power. Gespart wurde da, wo es später, beim Kunden, garantiert nicht weh tut, nämlich bei den Kosten im Haus und nicht bei den Komponenten. Zudem erhält man mit der Marke DYNACORD auch durchaus ein Produkt mit einem gewissen Wiederverkaufswert. Im Zubehör gibt es übrigens passende Schutzhüllen und ein Zubehörpaket mit Distanzstangen wird auch angeboten. Rundum sorglos also!

EVENT Rookie 2/20134,40 €*EVENT Rookie 2/2013
A-Line
Produktbezeichnung:
Kompakt-PA
Spezielle Eigenschaften:
Sub: 50 bis 100 Hz
Top: 65 bis 16.000 Hz
Maße + Gewicht
Top: 60 x 36 x 34 cm, 17 kg
Sub: 61 x 50 x 57 cm, 31 kg
Preis:
Sub: 849 Euro; Top: 630 Euro
Vertrieb:
DYNACORD