Interview

Helene Fischer : Interview mit Simon Parsons

Helene Fischer : Interview mit Simon Parsons

24. März 2016

EVENT Rookie: Wie genau ist das System aufgebaut, das du hier nutzt?
Simon Parsons: Wir haben eine Steuereinheit, die ich während der Show bediene und die direkt neben der Bühne steht. Darüber hinaus haben wir vier Seilwinden, die jeweils in einer Ecke des Stadions montiert werden. Die Seile werden dann über eine Umlenkrolle im Hallendach so umgelenkt, dass sie sich an einem Punkt, im Fall dieser Tournee der Bügel für die Musikerin, treffen. So etwas kennt man vor allem aus Sportübertragungen, bei denen eine Kamera über dem Spielfeld hin- und hergefahren wird.

Simon Parsons

Simon Parsons

EVENT Rookie: Kommt bei dieser Tournee genau das gleiche Spider-System zum Einsatz wie beim Fußball?
Simon Parsons: Vom Aufbau und der Funktionsweise her ist es ein identisches System. Allerdings nutzen wir stärkere Seile, die dafür geeignet sind, auch Personen zu befördern. Darüber hinaus haben wir ein zusätzliches Back-Up-System, was uns noch mehr Sicherheit bietet. Wenn bei einem Fußballspiel eine Kamera herunterfällt, dann ist das nicht das Ende der Welt. Wenn aber ein Mensch abstürzt, dann hat das fatale Folgen.

EVENT Rookie: Ist es denn sehr kompliziert, dieses System aufzubauen?
Simon Parsons: Das kommt eigentlich immer auf die Location an. Wir gehen mit den Seilen und einigen weiteren Teilen direkt an das Gebäude und da müssen im Vorfeld einige Dinge abgesprochen werden. Vor allem statische Fragen müssen wir bereits im Vorfeld klären, damit es beim Aufbau keine Probleme gibt. Bei einem Not-Stopp gehen zum Beispiel sehr große Kräfte auf das Seil und damit dann auch auf das Gebäude über. Solche Belastungen müssen im Vorfeld kommuniziert und abgesichert werden.

EVENT Rookie: Hattet ihr denn in manchen Locations auf dieser Tournee Probleme mit der Installation des Systems?
Simon Parsons: Glücklicherweise haben wir bisher in keiner Stadt größere Probleme gehabt und wir konnten es überall aufbauen. Hier in Leipzig haben wir zudem einen der einfachsten Aufbauten und eine der besten Locations auf der Tournee gehabt.

Vier dieser Winden stehen in den Stadien und lassen die Künstlerin durch die Luft fliegen

Vier dieser Winden stehen in den Stadien und lassen die Künstlerin durch die Luft fliegen

EVENT Rookie: Was nutzt ihr neben den Winden noch für Equipment?
Simon Parsons: Die gesamte Fahrt ist in 3D-Studio einprogrammiert und von dort starte ich sie auch. Im Vorfeld der Tour habe ich die Fahrt am Computer designt und programmiert. Danach habe ich alles in das System geladen und kann von hier aus alles kontrollieren. Ich kann in Echtzeit sehen, wie schnell Helene fliegt oder wo sie gerade im Stadion ist.

EVENT Rookie: Bedienst du das System manuell oder läuft alles automatisch ab?
Simon Parsons: Der gesamte Flug ist hier im System hinterlegt und ich gebe nur noch den Start-Befehl. Danach läuft die Fahrt nach einem bestimmten Muster automatisch ab. Schnellere und langsamere Teile des Fluges sind genauso hinterlegt wie auch die Route. Wenn es doch mal zu Problemen kommen sollte, habe ich aber einen Not-Aus-Schalter, den es auch an jeder einzelnen Winde gibt.

Text+Fotos: Simon Kropp