Interview

Helene Fischer : Interview mit Timo Mathes

Helene Fischer : Interview mit Timo Mathes

24. März 2016

EVENT Rookie: Wie viele Bühnen waren auf dieser Tournee dabei?
Timo Mathes: Wir hatten auf dieser Tournee drei baugleiche Sets der R_28, auch „fat lady“ genannt, dabei. Durch die längere Aufbauzeit und den engen Zeitplan mussten wir mit drei Bühnen fahren.

EVENT Rookie: Wie lange habt ihr für den Auf- und Abbau benötigt?
Timo Mathes: Pro Bühne waren drei Tage für den Aufbau und zusätzlich zwei Tage für den Abbau veranschlagt. Da zwischen den einzelnen Städten im Durchschnitt weniger als zwei Tage lagen waren wir gezwungen, mit den angesprochenen drei Sets zu fahren, da der Abbau und erneute Aufbau des Systems am nächsten Venue in diesem kurzen Zeitfenster nicht funktioniert hätte.

Timo Mathes

Timo Mathes

EVENT Rookie: Hattet ihr denn alle Bühnen auf Lager oder musstet ihr dafür extra Material anfertigen?
Timo Mathes: Wir hatten zwei der Bühnen auf Lager. Die dritte musste zusätzlich bis zum Tour-Start angefertigt werden. Ein absolutes Highlight und Novum an der Bühne war der LED-Header, der über der Bühne hing. Dieser musste nach Vorgabe der eingesetzten LED-Module angefertigt werden. Pro Show hatten wir zusätzlich noch zwei Spot-Delay-Tower, sowie eine C-Stage/FoH-Kombination im Einsatz. Unter dem Bühnenboden wurde eine Fläche von rund 150m² nebst Treppenzugängen für „Changeover“-Bereiche der Künstlerin, sowie der Tänzer gebaut. Weiter wurden die Bauelemente der Indoor-Show entsprechend modifiziert und in den Bühnenboden der fat lady integriert.

EVENT Rookie: Mit wie viel Personal wart ihr auf dieser Tournee unterwegs?
Timo Mathes: Von Megaforce kamen sechs Mitarbeiter, die die Kopf-Crew bildeten. Darüber hinaus hatten wir pro Auf- und Abbau noch zehn Scaffolder von SSR und Butler Hands sowie zehn Steelhands von U-Need.  Die Bühnencrew umfasste also insgesamt 26 Mitarbeiter pro Auf/Abbau. Alle Crewteile waren in der jeweils gleichen Besetzung auf der kompletten Tour unterwegs. Alles mit dem Ziel, ein eingespieltes, schnelles Team zu haben und die Abläufe während dem Verlauf der Tour nochmals sukzessive zu beschleunigen.  Lokal wurden dann noch jeweils zwei 45-Tonnen-Kräne und vier Gabelstapler inklusive Personal zur Verfügung gestellt.

EVENT Rookie: Kamt ihr mit der gesamten Technik (Licht, LED, Sound) an die Grenzen der Tragfähigkeit der Bühne?
Timo Mathes: Nein, obwohl die Anforderungen natürlich schon höher waren als gewöhnlich. Normalerweise kommt diese Bühne bei Festivals zum Einsatz und dort haben wir andere, meist geringere Belastungen. Da die R_28 allerdings in Punkto Technik und möglichen Rigging-Lasten sicherlich zu den fortschrittlichsten und leistungsfähigsten Bühnen  auf dem Markt gehört, wurde das System in allen Punkten den Anforderungen der Helene Fischer Produktion gerecht.

Die Bühne von Megaforce ist ausreichend dimensioniert für die gesamte Licht- und Tontechnik

Die Bühne von Megaforce ist ausreichend dimensioniert für die gesamte Licht- und Tontechnik

EVENT Rookie: Habt ihr am Ende gesagt, dass die Produktion diese Bühnen nehmen „soll“ oder war die Bühne explizit gefordert?
Timo Mathes: Wir haben uns zu Beginn der Planungen mit dem Produktionsleiter zusammengesetzt und uns erst einmal die Bedürfnisse der Tour-Produktion angehört. Im weiteren Verlauf der Planungen haben wir dann die R_28 sowie unsere TVG-R (Anm. d. Red.: Ein kleineres System) aus unserem Standard-Pool vorgeschlagen. Letzten Endes war jedoch relativ schnell klar, dass es die große Nummer wird. So haben wir dann in weiterer gemeinsamer Abstimmung die Standards der R_28 entsprechend den Anforderungen der Produktion modifiziert und in der finalen Form für die Tour vorbereitet. Dazu gehörten geänderte Wings für Sichtlinien-Erweiterungen, eine tiefere Bühne, Main-PA-Galgen, der LED Header, höhere Spot-Tower, ein drittes Set aufgrund der Tour-Termine und so weiter.

Text+Fotos: Simon Kropp