#12 Beleuchtung: Tracking- vs. Preset-Konsole: Klarer Fall von Unentschieden
Unterschiede der Konsolen
Eine Preset-Konsole kann man am besten wie folgt beschreiben. Jeder Cue, jede Stimmung entspricht einer Momentaufnahme des Looks auf der Bühne. In jeder Stimmung sind alle Werte für jedes beteiligte Gerät explizit gespeichert. Unabhängig davon, wann diese im Vorfeld vielleicht schon angegangen sind. Und was ist eine Tracking-Konsole?
Bekommt ein Gerät einen bestimmten Wert (Intensität, Farbe, Position), dann behält die Tracking-Konsole diesen Wert solange, bis ihr durch eine sogenannte Move-Instruction mitgeteilt wird, dass sie diesen Wert ändern soll. Somit werden in jeder Stimmung nur diejenigen Kreise gespeichert, die sich ändern. Tracking und Preset sind also zwei grundlegende Philosophien, die beschreiben, wie Werte im Pult gespeichert werden. Gelegentlich hört man Aussagen wie: Preset war früher, der Tracking-Konsole gehört die Zukunft. Claudio Zeeb sieht das nicht so. Im Gegenteil: „Beide Konzepte sind noch im analogen Zeitalter entstanden und beide haben ihre Berechtigung“, sagt er. Mit der Einführung der ersten computergesteuerten Lichtpulte in den 1970ern seien zunächst die bereits existierenden Konzepte digitalisiert worden.

„Ein Tracking-Pult spiegelt im Kern das Arbeiten an Wiederstands-Dimmern wider“, sagt Claudio. Eine anstrengende, aufwändige Tätigkeit, die einst mehrere Beleuchter in Anspruch genommen hat, um mit rustikalen Hebeln die einzelnen Lichtstimmungen in Echtzeit einzustellen. „Die ‚Aufschreibung‘ oder ‚Cue-Liste‘ für ein Stück beschreibt also im Grunde, wie diese Hebel zu bewegen sind, um die gewünschten Übergänge zu erzeugen.“
Das analoge Preset-Pult agierte hingegen bereits als eine Art „Fernbedienung“. Mit dem großen Vorteil, dass Lichttechniker endlich nicht mehr in dem völlig überhitzten Dimmer-Raum arbeiten mussten. Ein weiterer Vorzug war, dass man mit deutlich weniger Personal auskam. „Die ursprünglichen Hebel wurden zu Fadern auf der Konsole und man konnte zwischen voreingestellten Presets faden.“ Vorausgesetzt natürlich, dass jeder Fader für einen Dimmer im jeweiligen Preset auf den gewünschten Wert gesetzt wurde. Damit war die Speicher-Philosophie der Preset-Pulte geboren.
