#12 Beleuchtung: Tracking- vs. Preset-Konsole: Klarer Fall von Unentschieden
Tracking-Pult im Tourbetrieb
Beide Konsolen-Konzepte haben ihre individuellen Vor- und ihre Nachteile. So kommt es zunächst einmal darauf an, wo und für welche Zwecke das Pult eingesetzt wird. „Tracking-Konsolen sind traditionell im Theater zu Hause, insbesondere im angelsächsischen Raum“, sagt der Lichttrainer. Das liege auch an der Art, wie der Produktionsprozess einer Show in diesen Regionen angegangen werde. Im deutschsprachigen Raum würden hingegen häufig Tracking-Konsolen eingesetzt, um sie – auch das ist möglich – im Cue-Only-Modus zu betreiben. Auch hierfür sieht Claudio die Gründe dafür in der „historisch gewachsenen“ Tradition.
Im vergleichsweise jungen Segment des Live-Entertainments seien Tracking-Pulte ebenfalls auf dem Vormarsch: „In den letzten Jahren haben Tracking-Pulte die Preset-Pulte im Tourbetrieb zunehmend verdrängt.“ Steigender Beliebtheit erfreuen sich heute Pulte, die sowohl den einen als auch den anderen Modus ermöglichen. „Konsolen der ETC Eos-Familie sind beispielsweise Pulte, die nach der Tracking-Philosophie speichern, beim Wiedergeben der Stimmungen nach dem Move-To-Fade-Prinzip arbeiten und Prioritäten für die Nicht-Intensitäten primär über Latest Takes Precedence (LTP) bestimmen“, sagt Claudio, „daran ändert sich auch nichts, wenn man das Pult in den Cue-Only-Modus umschaltet.“
Die grundsätzliche Arbeitsweise der Pulte ändert sich hier also nicht. Operator oder Licht-Designer bekommen allerdings ein Tool zur Hand, das ihnen zusätzliche Optionen ermöglicht: „Je nach Anwendungsfall oder Präferenz des Bedienenden lässt sich mit diesen Konsolentypen das Speicher-Verhalten einer Preset-Konsole imitieren. Das ermöglicht größere Flexibilität.“

Letzte, aber wichtige Frage an den Profi: Auf welchem Konsolen-Typ findet sich ein Einsteiger besser zurecht? „Tracking kann schon etwas verwirrend sein“, meint Claudio, „vor allem für Neulinge. Rookies dürften sich möglicherweise auf einem Preset-Pult schneller und leichter zurechtfinden.“ Doch wie so oft, sei auch hier das Umfeld entscheidend, in dem man arbeitet.
Text: Werner Bongartz
Fotos: ETC
