#15 Audiotechnik: Signal-Processing (Teil 1) 

Der Channel-EQ

Gestern wie heute ist unser primäres Signalbearbeitungs-Werkzeug der Equalizer im Kanalzug. Schauen wir uns daher einen solchen typischen 4-Band-EQ (Low, Lo-Mid, Hi-Mid, High) mal etwas genauer an. Über „Frequency“ wird zunächst die Center-Frequenz des betreffenden EQ-Bands in Hertz/ Kilohertz festgelegt. Während analoge Mischpulte hier oft einen eingeschränkten Regelbereich pro Band beziehungsweise teilweise auch festgelegte Einsatzfrequenzen aufweisen, lassen sich in Digitalmischpulten meist alle Bänder über das komplette Audiospektrum durchstimmen. Potis für „Bandwidth“ beziehungsweise „Q“ sind nur bei so genannten vollparametrischen EQs vorhanden, was bei Digital- und größeren Analogpulten allerdings Standard ist. Sie regulieren die Bandbreite beziehungsweise Güte (Q) des Frequenzbereichs, der bearbeitet werden soll. Achtung: Bandbreite und Güte sind reziproke Werte. Das bedeutet, dass eine hohe Güte einer schmalen Bandbreite entspricht und umgekehrt. Deshalb kann – je nach Mischpulttyp oder -hersteller – bei Linksanschlag des Reglers entweder die schmalste oder breiteste Einstellung vorliegen. 

Mit Bell-Filtern lassen sich Frequenzbereiche schmal- oder breitbandig anheben oder absenken

Mit den jeweiligen Cut/ Boost-Reglern wird schließlich die Anhebung beziehungsweise Absenkung des eingestellten Frequenzbereichs justiert. Meist steht ein Regelbereich von ±15 bis ±25 Dezibel zur Verfügung. Oftmals sind die äußeren Frequenzbänder (Bässe/ Höhen) als Shelving- und die innenliegenden (Mittenbänder) als Bell-Filter ausgeführt beziehungsweise lassen sich dementsprechend umschalten. Zusätzlich (manchmal auch nur alternativ) erlauben je ein Hoch- und Tiefpassfilter mit festen oder frei wählbaren Frequenzen sowie Flankensteilheiten die Begrenzung des Signalspektrums an den „Rändern“. Manche Digitalpulte bieten darüber hinaus noch zusätzliche „Notch-Filter“, die sehr schmalbandige Absenkungen für einzelne Problemfrequenzen ermöglichen.