#15 Beleuchtung: Akzentbeleuchtung, Uplight und Co.
Kraftvolles Frontlicht
Ein weiteres, für eine Show typisches Licht ist die „Akzentbeleuchtung“. „Wer eine Show plant, wird von Anfang an einen Teil der Beleuchtung für die allgemeine Bühnenabdeckung und für die Akzentbeleuchtung reservieren“, betont Declan. Ein Licht, das nur ganz gezielt zum Einsatz kommt. „Die Akzentbeleuchtung beleuchtet einen bestimmten Schauspieler, eine Requisite oder einen Teil der Bühne und wird oft nur in Schlüsselmomenten der Show eingesetzt.“ Ein wichtiger Part, den eigentlich jeder fokussierbare Scheinwerfer übernehmen könnte. Doch in der Praxis sind es meistens Profil-Scheinwerfer, die akzentuiertes Licht beisteuern, denn: „Dieser Scheinwerfer-Typ ermöglicht die größtmögliche Kontrolle.“ Ein wichtiger Punkt, schließlich erzielt ein Akzent nur dann Wirkung, wenn sich die Helligkeit auf das zu beleuchtende Objekt beschränkt. Declan Randall kennt noch eine weitere Vorgehensweise, um ein Akzentlicht zu kreieren: „Indem man die Intensität oder die Farbe eines Bereichs auf der Bühne variiert. Auch so lässt sich die Aufmerksamkeit des Publikums wecken und lenken.“
Ein weiterer Eye-Chatcher ist das „Frontlicht“. Es speist sich aus einer Lichtquelle, die am weitesten von der Bühne entfernt ist. „Deshalb braucht es dafür einen kraftvollen Scheinwerfer“, sagt der britische Licht-Trainer, „und dazu einen, der uns große Kontrolle über den Lichtstrahl bietet.“ Eine Aufgabe, für die erneut vorzugsweise Profil-Scheinwerfer in Frage kommen, da sie „eng gebündeltes Licht mit minimalem Streulicht ermöglichen.“ Um das Licht zu formen und um Bereiche auszugrenzen, die nicht beleuchtet werden sollen, verwendet man am besten Blendenschieber. Neben Profil-Scheinwerfern würden sich für das Frontlicht auch Fresnels eignen. Allerdings: „Nur in eher kleinen Venues, in denen die Beleuchtungsposition nicht sehr weit von der Bühne entfernt ist“, sagt Declan und ergänzt, „und am besten mit Torblenden, um das Licht besser formen zu können.“

Neben den Spezialisten unter den Beleuchtungspositionen sorgt das Umgebungslicht auf der Bühne für eine Art Grundversorgung an Helligkeit. Klar definieren lässt es sich nicht. Vielmehr sei es, so Declan, ein weit gefasster Begriff und dazu basierend auf dem Zusammenspiel von Grundbeleuchtung und – beispielsweise – Akzentlicht. Dramaturgisch nimmt das Umgebungslicht allerdings eine wichtige Rolle ein: „Da es Tageszeiten, Orte und Stimmungen visualisiert, trägt es entscheidend zur Erzählung eines Stückes bei.“ Eine Aufgabe, die meist eine Kombination aus unterschiedlichen Scheinwerfern, positioniert an verschiedenen Stellen, nötig macht.
Text: Werner Bongartz
Fotos: ETC
