#20 Audiotechnik: Verkopplung und Remote-Control via MIDI

Was ist MIDI?

Das Wort MIDI ist ein Akronym und steht für Musical Instrument Digital Interface. Das entsprechende binäre Datenprotokoll, das unidirektional mittels fünf Volt (inzwischen auch bisweilen 3,3 Volt) Spannungsimpulsen übertragen wird, wurde bereits 1981 vom amerikanischen Ingenieur David Joseph Smith mit Unterstützung von Ikutarō Kakehashi (Gründer der Firma Roland Corporation) entwickelt und zwei Jahre später veröffentlicht. Ursprünglicher Einsatzzweck war die Ansteuerung von Synthesizern und Samplern über ein zentrales Masterkeyboard. Ein einzelner MIDI-Befehl besteht meist aus drei Bytes (ein Byte= 8 Bit). Bei den so genannten Channel Voice Messages definiert das erste Byte die Befehlsart (7 Typen) und den MIDI-Kanal, danach folgen zwei Daten-Bytes mit je 128 möglichen Zuständen. Das heißt, es werden nur sieben Bit dafür verwendet. Das erste Bit jedes Bytes kennzeichnet dieses nämlich als Status- oder Datenbyte. Ein Note on-Befehl führt beispielsweise als nachfolgende Daten-Bytes zuerst die Tonhöhe und danach die Velocity (Anschlagsstärke) mit sich. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe globaler, das heißt kanalübergreifender MIDI-Kommandos, die wiederum in die so genannten System Common- und System Realtime-Messages unterteilt werden können. Auch sie beginnen jeweils mit einem Statusbyte, dem ein oder mehrere Datenbytes angehängt sind. Lediglich bei den System Realtime-Messages sind sämtliche Informationen bereits im Statusbyte enthalten. 

Als MIDI-Schnittstelle zwischen Geräten fungieren in der Regel fünfpolige DIN-Buchsen, die über entsprechende Kabel miteinander verbunden werden. Da die Daten unidirektional übertragen werden, sind für eine Kommunikation in beide Richtungen zwei Leitungen notwendig. In manchen Fällen können auch direkte USB- oder Ethernet-Verbindungen als MIDI-Pfad genutzt werden. Für größere Distanzen lassen sich MIDI-Signale via Konverter in bestehende Netzwerke einbinden beziehungsweise über CAT-Kabel verlängern. Wireless-Lösungen sind ebenfalls am Markt erhältlich.