Batman Live : Flattermaus auf Tour

Bei den akrobatischen Einlagen sind die Akteure immer mit mindestens zwei Seilen gesichert
Wie schon erwähnt, wurde Patrick Woodroffe als Lichtdesigner engagiert, um sich um die gesamte Lichttechnik zu kümmern. Zusammen mit seinem Team tüftelte er mehrere Monate, bis das perfekte Lichtdesign kreiert war. Patrick kann bei seinen Arbeiten immer auf ein Stamm-Team zurückgreifen, was vor allem eine enorme zeitliche Ersparnis mit sich bringt. Als verantwortlicher Lichtoperator ist Alex Murphy die ganze Zeit mit auf Tour. Dabei ist es für ihn besonders wichtig, sich viel Zeit zu nehmen. „Einen anderen Job als die ‚Batman Live’-Tournee kann ich zur Zeit auf keinen Fall annehmen und auch vor dem Tournee-Start war es schwer, etwas anderes zu machen. Wir haben ein paar Monate vor dem ersten Auftritt geprobt. Die erste Show war dann im Mai 2011 in den USA, wo auch der erste Tournee-Block lag. Danach sind wir im Dezember nach Europa gereist, wo wir ungefähr noch bis Sommer 2012 Shows haben werden. Danach geht es nach Südamerika und dann nach Asien. Insgesamt sind wir also rund drei Jahre auf Tournee“, berichtet der junge Licht-Operator. Dabei hatte er das große Glück, ein komplett vorkonfektioniertes Pult zu übernehmen. Tim Roglitch ist schon seit einigen Jahren im Team von Patrick Woodroffe und hat dort den Part des Programmierers übernommen. Auch für „Batman Live“ hat er das Programming gemacht und Alex damit eine Menge Arbeit abgenommen. „Ich habe vor der ersten Show die grandMA2 übernommen und kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Die Show war schon komplett fertig programmiert und ich konnte mich ganz auf meine Einsätze und die Cues konzentrieren. Es ist super, mit Tim zusammenzuarbeiten, da er die Programmierung auch so macht, dass wirklich jeder damit zurechtkommt“, schwärmt Alex von der Arbeitsweise des Programmierers.
Die Arbeit von Alex besteht somit darin, die Show am Abend zu fahren und beim Aufbau darauf zu achten, dass alles an seinem richtigen Platz ist. Während der Show muss Alex teilweise die Cues noch selbst drücken. Was nach ein paar Tastendrückern klingt, ist aber in Wirklichkeit harte und vor allem konzentrierte Arbeit. Für die Show sind rund 700 Cues programmiert, die größtenteils von Alex gestartet werden. „Wir lassen zwar auch einiges per Timecode steuern, aber das kommt nur in den Kampfszenen zum Einsatz. Ich denke, dass rund zwei Drittel von mir gedrückt werden und ein Drittel der Show über Timecode läuft“, so Alex. Doch die Arbeit beginnt für den Licht-Operator bereits beim Aufbau, wenn alle Traversen und Scheinwerfer ins Hallendach gehängt werden. Da sich zum Teil über zwanzig Akteure auf der Bühne befinden und jeder in einem Lichtkegel steht, müssen die Scheinwerfer immer an der gleichen Position hängen. In dieser Genauigkeit liegt auch der größte Unterschied zum Steuern einer Konzert-Lichtshow, wie Alex erklärt: „Bei ‚Batman Live’ kommt es auf positionsgenaue Beleuchtung an. Wenn ich sonst bei einem Live-Konzert das Licht steuere, dann kann ein Scheinwerfer auch mal unbeabsichtigt einen Meter neben dem Künstler aufkommen. Diese Toleranz habe ich bei dieser Tournee nicht, da die Akteure immer genau im Lichtkegel stehen müssen. Das ist die größte Herausforderung und auch der größte Unterschied zu anderen Jobs.“

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