Immersive Erlebniswelt auf der Festung Königstein eröffnet

Wie macht man die Wehrhaftigkeit einer Festung erlebbar, die in ihrer über 800-jährigen Geschichte niemals erfolgreich eingenommen wurde? Diese Herausforderung stand im Mittelpunkt eines Projekts auf der Festung Königstein in Sachsen. Mit der neuen Erlebnisstation „Sturm auf den Königstein – ein Angriff, der nie geschah“ können Besucher erstmals ein historisches Angriffsszenario erleben, das zwar nie stattgefunden hat, aber eindrucksvoll verdeutlicht, warum die Festung über Jahrhunderte als uneinnehmbar galt. Die technische Umsetzung erfolgte durch die Dresdner Whitebox GmbH. Das Systemdesign entstand in Zusammenarbeit von Ben Zenker (ZEN Audio Engineering) und André Neuhaus (Soundlike Großbeschallungstechnik). Zum Einsatz kamen Lösungen von ProAudio Technology GmbH, Hoellstern GmbH und Xcite Audio.

Auf einer eigens entwickelten Besucherplattform werden historische Verteidigungsszenarien mittels großformatiger Visualisierungen, mehrkanaligem Surround-Sound und haptischen Effekten inszeniert. Kanonen feuern, Tore schließen sich, Brücken werden hochgezogen und Geschosse schlagen ein. Die Besucher beobachten die Ereignisse nicht nur – sie hören und spüren sie. Eine wesentliche Rolle innerhalb des Gesamtkonzepts übernimmt die Audiotechnik. Die Installation musste nicht nur eine hohe Dynamik bei relativ geringem Gesamtpegel abbilden, sondern gleichzeitig hohe Sprachverständlichkeit in einem akustisch anspruchsvollen historischen Umfeld gewährleisten. Für die Beschallung der rund 30 Quadratmeter großen Erlebnisplattform fiel die Wahl auf ein mehrkanaliges Lautsprechersystem von ProAudio Technology GmbH.
Zum Einsatz kommen vier MT10 Hochleistungslautsprecher, vier kompakte MT5.2 Installationslautsprecher sowie ein SW12 Subwoofer.

Die Signalverarbeitung und Verstärkung erfolgt über zwei 10.4-DSP ProAudio Technology Systemverstärker (OEM Hoellstern). Vor allem bei immersiven Anwendungen, in denen Ton und Vibration leistungsstarker Shaker verschmelzen, sind leistungsfähige Verstärkerplattformen entscheidend für eine möglichst realistische Wiedergabe. Schnelle Impulsfolgen, Kanonensalven und dicht aufeinanderfolgende Einschläge erfordern hohe, laststabile Leistungsreserven sowie eine präzise Kontrolle komplexer Lasten. Dank der hohen Leistungsreserven bleiben selbst komplexe Klangereignisse klar voneinander getrennt und behalten ihre volle Wirkung. So wird gewährleistet, dass nicht nur der erste Kanonenschlag, sondern jede einzelne Aktion mit derselben Intensität und Präzision erlebt werden kann.

Neben der akustischen Ebene setzt die Installation auf ein umfangreiches Körperschallsystem von Xcite Audio. Acht XBS200 und vier XBS100 Körperschallwandler wurden direkt in die Besucherplattform und die Sitzmöbel integriert. Dadurch werden Kanonenschläge, Einschläge oder das Schließen massiver Tore nicht nur hörbar, sondern körperlich wahrnehmbar.
Die gesamte Plattform wird zum aktiven Bestandteil der Inszenierung. Besonders bemerkenswert ist dabei die eigens entwickelte Signalaufbereitung von Sound Designer Felix Findeisen für die haptische Ebene. Statt lediglich tieffrequente Signale auf die Körperschallwandler zu übertragen, werden relevante Ereignisse gezielt analysiert und als eigenständige physische Effekte inszeniert. Das Ergebnis ist eine differenzierte Wahrnehmung, die den Klangraum um eine zusätzliche Dimension erweitert.

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