Reportagen

Magnifico : Erleuchtung des Unsichtbaren

Magnifico : Erleuchtung des Unsichtbaren

14. Juni 2013

Die Bühnentechnik besticht durch eine fahrbare Bühne, die mit ihrem Gewicht von fünf Tonnen von vier fernsteuerbaren Motoren mit jeweils zwei Hartgummireifen über den Sandboden vor- und zurückbewegt wird. In die Bühne eingelassen sind Floor-Lights und ausfahrbare Treppenstufen – ebenfalls Remote-Controlled – die ihren „großen Auftritt“ ganz am Ende der Show haben: zum Finale. Die Bühne ist eine Spezialanfertigung der in Hessen ansässigen Veranstaltungstechnik-Firma Hico, die auch das Tonequipment gestellt und die Deko gebaut hat. Auch die gebogene Trackingschiene über fast die gesamte Bühnenbreite, an dem Künstler und Objekte unter der Decke hängend hin- und hergezogen werden können, ist ein selten eingesetztes technisches Element. Die zwei freitragenden Ground-Supports mit einer Größe von 28x11m wurden von der  aus Baden-Württemberg stammenden Firma Megaforce Veranstaltungstechnik realisiert.

Das Ground Support von Megaforce bestand aus Stahl-Traversen, die für Stabilität sorgten

Das Ground Support von Megaforce bestand aus Stahl-Traversen, die für Stabilität sorgten

Es wurden hier Stahl-Traversen als Doppelstrecken verwendet, die sich bei den auftretenden dynamischen Kräften weniger stark durchbiegen als Aluminium-Traversen. Megaforce gilt als Spezialist für fliegende Bauten. Egal ob Standardbühnen bei einer Vielzahl von Festivals oder Sonderbauten mit gebogenem Dach, bei Megaforce bemüht man sich um eine Lösung für jede Anforderung. Aus diesem Grund war es auch ein Leichtes für das Ground-Support-Team für Magnifico eine sichere Lösung in Form der Stahltraversen zu finden. Der Sandboden der Pferde-Manege bedarf tagsüber einer besonderen Pflege, damit die Layher-Bühne sauber darauf rollen kann. Für die technischen Geräte, insbesondere die Projektoren, ist der Sand Gift und bedeutet tägliche Reinigungsarbeit für die Videotechnik-Crew, um zusätzliche Fehlerquellen zu minimieren. Die Übertragung der Video-Datensignale zwischen den Projektoren, Mediaplayern und der Steuersoftware wird mittels DVI-Glasfaserkabeln umgesetzt. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Videokunst sorgen Frank Westenweller und Tommy Langner, die sich mit einem zweiten Team abwechseln und und für das Unternehmen Modern Times aus Ladenburg vor Ort sind. Die Einleitungsbilder zum Show-Opening werden auf einen Vorhang projiziert, der vor der Show die Bühne komplett verdeckt und nach dem Start mittels Kabuki „verschwindet“. Kabuki ist ein besonderes Abwurfsystem für Bühnenvorhänge oder andere Objekte, mit dem ferngesteuert alle Aufhängungsösen gleichzeitig auslösen und so der eindrucksvolle Effekt entsteht, das vorher durch den Vorhang Verborgene in Sekundenschnelle zu enthüllen. Für diese kurze Projektionssituation sind drei Christie-Projektoren an fahrbaren Traversen montiert. Die Hauptprojektion während der Show wird mit vier in den Traversen hängenden 16.000-ANSI-Lumen-Projektoren des Typs Christie Roadster S16K realisiert. Für den Schattenspiel-Effekt wird per Hand mehrmals am Abend ein weiterer Projektor hinter der rückpro-fähigen Leinwand auf- und abgebaut. In einer fast meditativ anmutenden Nummer mit asymmetrischen Stäben, die ein Künstler geschickt übereinander im Ein-Punkt-Kontakt ausbalanciert, bedient man sich einer HD-Cam. Sie liefert Live-Nahaufnahmen, die besser verstehen lassen, was das Schwierige an dieser Darbietung ist. Als Medienserver mit der für Live-Anwendung optimierten Software wird hier die Pandoras Box von coolux verwendet. Vier Pandoras Mediaplayer Pro und zwei Pandoras Server Pro werden dabei über einen Mediamanager Pro mit Widget Designer Pro gesteuert.

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