Reportagen

Mando Diao : Blick ins Wohnzimmer

Mando Diao : Blick ins Wohnzimmer

26. August 2014

Nach einem grandiosen Festivalsommer 2011 stand für die Schweden von Mando Diao im Herbst noch eine kleine, aber feine Hallentour an. Sieben Städte, darunter München, Oberhausen und Frankfurt, standen auf dem Reiseplan der Band und für die treuen Fans hatten sich die Musiker um die beiden Frontmänner Björn Dixgard und Gustaf Norén diesmal eine kleine Überraschung ausgedacht – was bislang nur auf dem Unplugged-Album zu sehen war, gab es jetzt auch live für die Konzertbesucher: den Blick ins Wohnzimmer von Mando Diao.

Roland Beckerle & Matt Finke

Roland Beckerle & Matt Finke

Mit Mando Diao auf Tour ist auch diesmal wieder Production-Manager Roland Beckerle, der die Band schon länger kennt und mit ihnen zusammenarbeitet. Von ihm erfahren wir, was es mit dem „Blick durchs Wohnzimmerfenster“ eigentlich auf sich hat.  Roland hat uns beim Gespräch vor der Show verraten, „dass die Idee für das Setdesign dieser Tour eigentlich eine Fortentwicklung des Themas von der Unplugged-LP ist. Damals spielten Mando Diao die Stücke jeweils vor verschiedenen Hintergründen, die alle so aussahen, als würden Mando Diao bei sich zuhause im Wohnzimmer sitzen und durch die Fenster im Hintergrund könnte man die Welt beobachten. Es gab ganz verschiedene Szenen, die sich dahinter abspielten, immer passend zum jeweiligen Song  änderte sich die Szenerie dort. Nun war das damals in einem Studio mit entsprechendem Aufwand zu realisieren, für eine Tourproduktion wie diese war das natürlich eine Herausforderung – denn der Effekt sollte ja nicht billig aussehen, sondern den perfekten Rahmen oder Hintergrund für die Show der Band geben.“ Kein ganz einfacher Job und durchaus auch mit den Problemen und Herausforderungen zu vergleichen, die auftreten können, wenn man eine Unplugged-Show live auf die Bühne stellen will. Dazu nochmal Roland Beckerle: „Unplugged heißt ja nicht, dass wir den Stecker rausziehen und da zwei Wandergitarren auf der Bühne stehen. Unplugged heißt bei einer Liveshow viel mehr, ein Konzept mit akustischen Instrumenten so umzusetzen, dass das Publikum zwar den besonderen Charakter so eines Arrangements geboten bekommt, es muss aber auch in Locations einer gewissen Größenordnung funktionieren – und zwar für alle. Darum kann man nicht einfach abschalten, sondern muss nach Wegen suchen, wie man sowas für eine Hallentour umsetzen kann.“ Beim Thema Beschallung zum Beispiel kommen da auch ganz schnell ähnlich viele Kanäle auf dem Mischpult zusammen wie bei einem herkömmlichen Konzert, oft sogar mehr. „Bei dieser Tour sind zum Beispiel auch Streicher dabei, ein Klavier, all das muss ja auch übertragen werden. Wir nennen das „halb-unplugged“, weil es den Punkt genau trifft“, erklärt Roland.

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