Moses Pelham : Geteiltes Leid

EVENT Rookie Moses Pelham

Mit allabendlich wechselnden Scheinwerfer im Dach kann man sich zwar anstrengen und den Künstler in seiner Performance nach Kräften unterstützen, dennoch fehlt die Möglichkeit über das Gegebene herauszuwachsen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Was genau bekommt der Fan davon eigentlich mit ?
Matt Finke
Lichtdesign besteht meiner Meinung nach nicht nur aus Planung und der daraus resultierenden Programmierung von Scheinwerfern. In diesem Fall musste eine Lampe her, die den gegeben Anforderungen gerecht wird, selbst wenn sie nicht von der Stange kommt oder genau deshalb. Weil sie eigens dafür entwickelt wurde, um allen Einschränkungen die Stirn zu bieten. Das System sollte in schlecht bestückten Venues alleine eine Show gestalten können, alles musste trotz begrenzter Kapazitäten transportabel sein, darüber hinaus war ein schneller Auf- und Abbau die Grundvoraussetzung, damit künstlerisch möglichst viele Optionen geboten sind.


Technische Crew:
Tourmanager & Monitor:
Ray Finkenberger
Sound FoH:
Peter Falke
Backline:
Jan Wendeler
Lichtdesign & Operating:
Matt Finke & Timo Weinhold


 
Das Lichtequipment war nicht zu üppig, dafür an jeder Stelle der Show passend eingesetzt
Und natürlich musste es zum Künstler passen. Einfühlsame Titel, genauso wie massive Tracks, die hart vorwärts gehen standen auf dem Programm. Und so wurde sie geboren: Die „Moses Lamp“ wie wir sie nach kurzer Zeit nannten. Doch geboren heisst noch lange nicht gebaut. Die Idee im Kopf war klar – ein schlankes modulares System mit wenig Strombedarf. Auch eine abgehängte Variante war keine Option in den gegebenen Venues. Im Gegenzug stand aber eine neunköpfige Band auf der Bühne, da muss erst mal Platz zwischen, über und hinter all den Musikern gefunden werden. In Kooperation mit der schoko pro GmbH in Wiesbaden wurde schließlich aus der Vision Wirklichkeit. Ein Lampenträger oder auch Stativ genannt wurde entwickelt. Alle Aufnahmen für die Scheinwerfer waren bereits angebracht was somit Standardbefestigungen wie Schellen oder ähnliches überflüssig machte und das System dazu noch deutlich besser aussehen ließ. Der Fuß wurde klappbar realisiert, so dass Transport und Verladen erleichtert wurden. Mit ihrer schwarzen Pulverbeschichtung wurden diese Träger eine echte Schönheit.
Das 1kW-Leuchtmittel sorgte für viel Helligkeit aber auch Hitze auf der Bühne
Bestückt mit einem GLP impression auf der Spitze, einem Litecraft LED PowerBar und einem OXO UV-LED Strip an der senkrechten Strebe sowie einer zusätzlichen PAR 64, die auf dem Boden positioniert wurde. All das war aber vorerst nur Grundausstattung. Das entscheidenste Element war natürlich die eigentliche „Moses-Lamp“. Im Prototyp mit einem Alu-Reflektor von Ikea getestet, später dann durch einen anderen Aluminiumreflektoren ersetzt, angebracht direkt unter dem impression mit frontaler Ausrichtung zum Publikum. Im Inneren befindet sich ein 1-kW-Stufenlinsen-Leuchtmittel, das durch einen Käfig geschützt, direkt in das Publikum leuchtet. Es ist wirklich überraschend, wie viel Licht und Gefühl so eine Moses-Lamp abstrahlt.

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