Factory Tour

Scheinwerfer : Die Entstehung des Lichts

Scheinwerfer : Die Entstehung des Lichts

19. März 2018

Lange Entwicklungsphase

Bei der 3D-Darstellung am PC erkennt man ob alles ins Gehäuse passt

Bei der 3D-Darstellung am PC erkennt man ob alles ins Gehäuse passt

Bevor aber auch nur eine Schraube verbaut wird, muss ein Scheinwerfer erstmal entwickelt werden. Diese Phase ist die längste im Produktionsablauf von zum Beispiel einem Movinglight. „Je nach Scheinwerfertyp und der verbauten Technologie benötigen wir zwischen achtzehn und 36 Monaten für die Entwicklung sowie Produktion eines Geräts. Allein für die Entstehungsphase geht dabei teilweise schon über die Hälfte der Zeit verloren“, berichtet Stephanie. Aber schauen wir uns nun an, wie so ein Scheinwerfer geplant und dann gebaut wird. Alles beginnt mit der Ideenfindung und beim Brainstorming sämtlicher wichtiger Abteilungen. Dazu zählen alle, die eine Schnittstelle zum Kunden haben, also Marketingmitarbeiter, Techniker, Servicemitarbeiter und Vertriebler. Bevor es dann an die konkrete Planung geht, muss noch besprochen werden, was der Markt aktuell verlangt. „Wenn unsere Kunden nach einem LED-Washlight mit einer vergleichbaren Leistung eines 750-Watt-Scheinwerfers fragen, macht es wenig Sinn, ein Spotlight mit einer Entladungslampe und einer Leistung von 500 Watt zu entwickeln“, erklärt Stephanie. Bei diesen ersten Besprechungen wird dann auch geklärt, welche Abteilungen welche Aufgaben übernehmen müssen, wo man sich im Markt einreiht und wie die Preisgestaltung aussehen könnte.

Die Gobo-Einheit kann über Sub-D-Stecker an seinem Platz im Gerät angebracht werden

Die Gobo-Einheit kann über Sub-D-Stecker an seinem Platz im Gerät angebracht werden

 

Alle Geräte können an passenden Stationen getestet werden

Alle Geräte können an passenden Stationen getestet werden

Das oberste Ziel bei der Entwicklung eines Scheinwerfers ist es, ein Gerät zu kreieren, das in der Branche auch gefordert wird. Darüber hinaus sollte er natürlich mit den besten Eigenschaften bestückt sein. Darum wird im Team auch beraten, was alles in dem neuen Scheinwerfer vorhanden sein muss. Welche Farben, Gobos, Blendenschieber, Prismen und natürlich welche Optik. „Die Optik eines Scheinwerfers ist das Herzstück und somit zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung ein Thema. Die Linsen und der Lichtgang bestimmen nicht nur die Funktionsweise des Geräts, sondern auch sein Design“, bringt es Stephanie auf den Punkt. Nachdem nun also entschieden wurde, welche Art von Scheinwerfer produziert werden soll und welche Features er hat, werden die ersten Zeichnungen am PC angefertigt. Bei diesem Schritt werden dann auch die endgültigen Designs kreiert. Jedes kleine Bauteil wird am PC mit spezieller Software in dreidimensionaler Weise gezeichnet. Danach werden die Teile dann zu einem kompletten Scheinwerfer zusammengesetzt. Dabei stellen die Entwickler auch schon fest, ob alles in den Scheinwerfer passt oder ob manche Teile noch verändert werden müssen. Dabei geht es teilweise um weniger als einen Millimeter, was aber in der Praxis zu Problemen führen würde. Mit bloßem Auge wäre das nicht erkennbar, aber in einer dreidimensionalen Ansicht am PC werden auch die kleinsten Platzprobleme sichtbar. Diese Phase dauert einige Monate, da wirklich jedes Bauteil gezeichnet werden muss, um diese Teile dann zu einem Scheinwerfer zusammenzubauen.

Nach dem Zusammenbau der Scheinwerfer müssen sie sich noch einem Test unterziehen und dann werden sie ausgeliefert

Nach dem Zusammenbau der Scheinwerfer müssen sie sich noch einem Test unterziehen und dann werden sie ausgeliefert

In der Fertigungs-Abteilung werden immer ganze Scheinwerfer-Chargen zusammengebaut

In der Fertigungs-Abteilung werden immer ganze Scheinwerfer-Chargen zusammengebaut

Wenn alle Zeichnungen am PC gefertigt wurden und alles passt, geht es über zum nächsten Schritt. Der nächste Punkt bei der Entwicklung eines Scheinwerfers bringt das Gerät dann in die Realität. Das heißt, dass alle Komponenten gefertigt werden, also Blech- und Drehteile, Kabelsätze, Platinen und optische Teile. Diese werden zu einem ersten Prototypen zusammengebaut und dann mit Rapid-Prototyping-Teilen in Form der späteren Gehäuseabdeckungen verkleidet. Da die Herstellung von Spritzgussteilen viele zehntausend Euro kostet, wird am Anfang das sogenannte Rapid Prototyping angewendet. Bei diesem Verfahren werden plastische Formen mit Hilfe von CAD-Daten erstellt. Vergleichen kann man das Verfahren mit üblichen 3D-Druckern, die seit ein paar Jahren immer beliebter werden. Mit diesen Plastik-Teilen kann man sich die Form und Passgenauigkeit in der Realität anschauen. Mittels dieser Vorgehensweise wird das gesamte Gehäuse des Scheinwerfers gedruckt und dann zusammengebaut. Damit sind dann auch die zeitaufwändigsten Schritte erledigt und das Team kann zur richtigen Scheinwerfer-Produktion übergehen. Wie bei nahezu jedem Industrieprodukt wird auch bei einem Scheinwerfer vor der Serienproduktion ein Prototyp angefertigt. Insgesamt werden zehn dieser Prototypen bei JB-Lighting gebaut, um mögliche Fehler ausschließen zu können. „Bei diesen Prototypen wird dann auch die Software angepasst. Da bei der Software-Entwicklung immer in Betracht gezogen werden muss, dass Bauteile Toleranzen haben, ist ein gleichzeitiger Software-Test an mehreren Geräten erforderlich. Damit wird sichergestellt, dass die Software später dann auch in Serie einwandfrei funktioniert “, erklärt Michael.

Wenn am Ende auch bei den Prototypen alle Unstimmigkeiten verbessert wurden, geht der Scheinwerfer in Serienproduktion. Bei JB-Lighting wird immer eine Charge, bestehend aus zwölf bis 24 Scheinwerfer je nach Gerätetyp, produziert. Dafür benötigen die Mitarbeiter rund drei bis vier Tage. Danach werden die Scheinwerfer noch einem umfangreichen Test unterzogen und anschließend werden sie direkt zum Kunden verschickt oder werden eingelagert.

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