Teaser

Teaser : Bosse

Teaser : Bosse

3. April 2014

Nicht erst seit dem Gewinn des „Bundesvision Songcontest 2013“ ist Bosse in aller Ohren, denn sein fünftes, im Frühjahr 2013 veröffentlichtes Album, schaffte es auf Anhieb unter die Top-5 der deutschen Album-Charts. Dies bestätigt auch seine vergangene Tour: Innerhalb von fast einem Jahr bespielt er Hallen mit bis zu 7.000 Leuten. Wenn man solange unterwegs ist, möchte sich ein Künstler auch auf der Bühne wohlfühlen. Warum ihr dann nicht auch die Atmosphäre eines Wohnzimmers verleihen? EVENT Rookie ging dieser Frage nach und sprach mit Stefan Aue, dem Lichtdesigner und -operator, und Klaus Wey, dem verantwortlichen FoH-Mann.

Über eine Roadhog 4 wurde das Licht-Setup von Stefan Aue gesteuert, dazu hatte er auch noch einen Roadhog III Wing

Über eine Roadhog 4 wurde das Licht-Setup von Stefan Aue gesteuert, dazu hatte er auch noch einen Roadhog III Wing

Bosse versprüht innerhalb von zwei Stunden Konzert unbändige Mengen an Energie, die sich in seinen Emotionen, Tanzeinlagen und euphorischen Kommentaren, gespickt mit gewisser Selbstironie, entladen. Mit Authentizität und Sympathie spricht er sein Publikum an, erlebt mit ihnen die „Schönste Zeit“, die seit Februar 2013 zum Beginn der Tour andauerte. Noch vor der Veröffentlichung seines fünften Albums „Kraniche“ bespielte er zunächst kleine Clubs, gefolgt von Festivalauftritten im Sommer. Den dritten Teil der Tour absolviert Bosse in verschiedenen Hallen, von 1.000 bis zu 7.000 Besuchern. Stets mit auf Tour, Stefan Aue, der das Lichtdesign erstellte und meistens auch das Licht vor Ort bedient, und Klaus Wey, der Bosse am FoH mischt.
Viele Tontechniker bevorzugen häufig ein spezielles PA-System, weil sie deren Vorzüge und Besonderheiten schätzen. Klaus Wey möchte sich hingegen nicht auf einen Hersteller festlegen: „Generell bevorzuge ich eher größere als kleinere Line-Arrays mit beispielsweise Doppel-Achtzoll-Lautsprechern. Aber ich finde, wenn man weniger, dafür aber ein größeres Line-Array mit Doppel-Zehner- oder Doppelzwölfer installiert und das vor allem bei größeren Hallen, klingt es etwas dicker, ohne im Controlling und im Setting nachhelfen zu müssen. Der Low-Mid-Anteil bleibt bei kleinen Systemen auf der Strecke. Abhilfe schaffen zusätzliche Subwoofer, wovon ich allerdings kein Freund bin. Ich mag es einfach, wenn das Line-Array selbst ohne Sub schon einen vollen Klang besitzt, damit die Subs wirklich nur für die untersten Frequenzen zuständig sind“, erklärt Klaus, der weiterhin erwähnt, dass sie während der Tour über verschiedene PA-Systeme spielen, so zum Beispiel d&b audiotechnik. Denn ihn interessieren nicht vordergründig die theoretischen Daten eines Systems, sondern es zählt für ihn, wie es im Raum klingt und ob das System den von ihm gewünschten Sound transportieren kann. „Bisher stellte dies auf der Tour weniger ein Problem dar. Viel mehr machte dagegen die Raumakustik Probleme. So kann selbst eine mittelmäßige PA in einem akustisch gut klingenden Raum sehr gut funktionieren. Heute habe ich beispielsweise fünf bis sechs Sekunden Nachhallzeit. Da ist es schon schwierig, eine sehr gute Sprachverständlichkeit hinzubekommen. Beim Konzert wird sich zeigen, wie sich nochmals die Akustik verändert, wenn das Publikum im Saal steht“, setzt Klaus fort. Für die Anpassung des Systems an die jeweilige Raumakustik fährt Klaus nach folgender Prozedur: „Ich habe meine drei Songs, die ich gut kenne. Einen, beispielsweise, spiele ich nur zum Hören der Bässe. Das ist ‚Te Amo Corazon‘ von Prince. So kann ich schon einschätzen, wo im Bassbereich oder in der Raumakustik Schwierigkeiten auftreten könnten. Gibt es zum Beispiel eine stehende Welle durch Überlagerung zweier gegenläufiger Wellen? Dessen Frequenzen versuche ich natürlich herauszufinden. Ich probiere auffällige Frequenzen am Equalizer durch, um mich dem Endergebnis zu nähern. Äquivalent gehe ich bei den Höhen vor, allerdings mit dem  Stück ‚I´m Broken‘ von Pantera. Ich mag es, wenn der Sound sauber klingt, ohne aggressiv zu sein. Beim Metal hingegen macht diese Aggressivität den guten Ton für die Kick oder Gitarre aus.“ Bei amerikanischen Bands hört man oft, einen in den Höhen, eher aggressiven Sound.

Die ausführliche Reportage findet Ihr im Heft!

EVENT Rookie 3/20144,40 €*Einzellheft-314