Transnationaler Fachkräfteaustausch mit DEAplus

Den Projekttitel ETonTour – Entertainment-Technology on Tour – erlebten sieben Fachkräfte aus der Veranstaltungstechnik im Frühjahr diesen Jahres hautnah. Finanziell gefördert und wissenschaftlich begleitet steht das Ziel im Mittelpunkt, europäischen Fachkräften die umfassende Erweiterung ihrer Handlungskompetenzen durch Auslandserfahrung zu ermöglichen. Der transnationale Fachkräfteaustausch ist Bestandteil der EU-geförderten ECVAET-Reihe. Auszubildende und Fachkräfte aus dem Bereich der Veranstaltungstechnik haben bis einschließlich zwölf Monate nach ihrem Ausbildungsabschluss die Chance, an einem sechswöchigen Austauschprogramm teilzunehmen. Am ersten Projektteil im Frühjahr diesen Jahren haben insgesamt sieben Auszubildende und Fachkräfte aus dem Bereich Veranstaltungstechnik mitgewirkt – fünf aus Deutschland sowie zwei aus Österreich. Kooperationspartner im Konsortium des EU-Projekts sind unter anderem die Deutsche Event Akademie in Hannover/Langenhagen und die Akademie der OETHG – Österreichische Theatertechnische Gesellschaft mit Sitz in Wien.

Maren Zeiss hat im Sommer 2017 ihre Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik beim Niedersächsischen Staatstheater in Hannover erfolgreich abgeschlossen und wurde von ihrem Ausbildungsbetrieb im Bereich Beleuchtung übernommen. Von ihrem Arbeitgeber auf die Möglichkeit des transnationalen Fachkräfteaustauschs angesprochen, zögerte sie nicht lange mit ihrer Entscheidung, dabei zu sein. Schon das Einführungsseminar in Wien brachte Maren viele neue Impulse. „Die erste Woche bei der OETHG-Akademie in Wien war eine gute Mischung aus wertvollen Infos über die rechtlichen Unterschiede der beiden Länder, neuen kulturellen Kompetenzen und ganz viel Wissenswertem zu Technik und Spezialeffekten.“  Für die fünfwöchige Praxiszeit nach dem Einführungsseminar hatte sich Maren ganz bewusst für das Landestheater Niederösterreich in der Landeshauptstadt St. Pölten entschieden. „Das Landestheater ist deutlich kleiner als mein Ausbildungsbetrieb. Und eine wichtige Erfahrung für mich persönlich ist, dass das Arbeiten in einer anderen betrieblichen Struktur und ganz anderen gesetzlichen Rahmenbedingungen sehr viele Unterschiede ausmacht“, resümiert die ausgelernte Fachkraft für Veranstaltungstechnik ihre Zeit im Ausland. Auffällige Unterschiede nimmt Maren bereits bei der Struktur der Ausbildung wahr: „Angefangen mit der längeren Ausbildung von dreieinhalb Jahren ist es in Österreich sehr verbreitet, dass Azubis noch unter achtzehn Jahren sind. Eine Berufsschule gibt es österreichweit ausschließlich in Wien.“

Anton Kortenkamp, zurzeit im 2. Ausbildungsjahr, hat von der Chance auf Auslandserfahrung im Dezember 2017 erfahren. Sein Ausbildungsbetrieb, die mediapool Veranstaltungsgesellschaft mbH wurde direkt von der Deutschen Event Akademie auf die EU-geförderten Projektmöglichkeiten angesprochen. Der Betrieb gab zügig „Grünes Licht“ für die Mitwirkung am transnationalen Fachkräfteaustausch. Von der Bundeshauptstadt Berlin ging es für Anton direkt nach der Einführungswoche an die Volksoper Wien. Er berichtet von seiner wichtigsten Erfahrung: „Die ganz andere Arbeitsweise in einem festen Haus unterscheidet sich sehr stark von den Projekten in meinem Ausbildungsbetrieb. Ich konnte während der fünf Wochen alle Abteilungen durchlaufen und in allen Facetten kennenlernen. Alles was in der Beleuchtung, in der Ton-, Medien- und Bühnentechnik wichtig ist, und die Steuerungsanlagen für den Schnürboden. Während meines fünfwöchigen Auslandsaufenthaltes habe ich einen kompletten Werdegang eines neuen Stückes kennengelernt. Mit allen Facetten aus allen Gewerken. Außerdem den Probenaufbau eines neuen Musical. Das war schon sehr spannend!“ Um am transnationalen Fachkräfteaustausch teilzunehmen hat Anton sogar auf sich genommen, für den Tag der Zwischenprüfung nach Berlin zu reisen. Und das Engagement hat sich offensichtlich gelohnt, denn der 19-Jährige zieht für sich ein vielfältiges Fazit: „Es waren persönlich und fachlich richtig gute Chancen zur Weiterentwicklung. Man merkt deutlich, dass man in einer ganz anderen Kultur lebt und arbeitet. Und die Fördersumme hat das Projekt für mich auch finanziell sehr gut umsetzbar gemacht.“

Derzeit wird der Antrag für die Fortführung des Projekts im Projektkonsortium ausgearbeitet. Interessierte Auszubildende und Fachkräfte für Veranstaltungstechnik sowie deren Arbeitgeber haben bereits jetzt die Möglichkeit bei DEAplus ihr Interesse an einer möglichen nächsten Durchführung des transnationalen Fachkräfteaustausches zu bekunden. Ebenso sind im Projekt ETonTour weitere Unternehmen willkommen, die mehrwöchige Möglichkeiten des Praxiseinblicks bieten wollen. Maren Zeiss gibt allen Interessierten einen motivierenden Tipp: „Einfach machen!“ Kontaktaufnahme für Interessierte direkt per E-Mail an a.lohmann@deaplus.org.

www.deaplus.org

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