White Noise/Black Silence : Engagierte Azubis machen’s möglich

Als Kontrastprogramm zum Kleinen Konzertsaal diente die Black Box und lud zum Tanzen und Feiern ein. Auch von den musikalischen Darbietungen wurden schnellere und härtere Töne angespielt. Natürlich waren in diesem Bereich auch die Anforderungen an die Veranstaltungstechnik gänzlich andere. Schnellere Beats bedeuten im lichttechnischen Bereich schnelle Farbwechsel und Fahrten von Movinglights. Im tontechnischen Bereich konnten die Verantwortlichen nicht nur auf Full-Range-Topteile setzen, sondern mussten zusätzliche Subwoofer in der Black Box installieren.
Das Gasteig ist technisch auf dem neuesten Stand und kann einige A7 von JB-lighting sein Eigen nennen.
Die Lichttechnik-Crew entschied sich am Ende für den Einsatz vieler A7 von JB-lighting, die das Gasteig erst vor kurzem erworben hat. Somit konnten sowohl die Bühne als auch der Tanzbereich mit Licht geflutet werden. Da der Raum ziemlich hoch ist und es sogar noch einen Rang gibt, auf dem die Zuschauer sitzen können, konnten die Movinglights ihre kompletten Bewegungsmöglichkeiten ausleben. Darüber hinaus kamen rund um die Bühne noch LED-Rampen zum Einsatz, wie sie auch schon im Kleinen Konzertsaal zu finden waren. Als Backdrop diente ein weißer Stoff, der durch die LED-Rampen passend in Szene gesetzt wurde. Angesteuert wurde das gesamte lichttechnische Material über eine grandMA. Da sich natürlich auch an dieser Stelle ein Azubi am Pult befand, konnte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass man eine Lichtshow wie bei Rammstein bekommt. Aber es war passend zur Musik und abwechslungsreich, was am Ende ja vollkommen ausreichend ist. „Auch die Musiker und Verantwortlichen wissen, dass dies ein Azubi-Projekt ist. Da kann auch während der Show mal etwas schief gehen oder ein Scheinwerfer leuchtet anders als die anderen. Aber aus solchen Situationen lernt man und wir konnten schon im Vorfeld viele kleine Probleme lösen. Das gehört bei einem solchen Projekt einfach dazu“, erzählt uns Mathias.
Allerdings hat es die Lichtfraktion sowieso meistens etwas leichter in Bezug auf Fehler. Kaum einem im Publikum würde auffallen, dass ein Scheinwerfer sich nicht ganz im Takt bewegt. Aber gibt es eine Rückkopplung vom Mikrofon, fällt es jedem auf und schuld ist dann, wie immer, der Techniker. Darum wurde bereits beim Soundcheck alles getan, damit so etwas beim Konzert nicht vorkommt. Zur Verfügung stand dem ausgewählten Azubi eine Vi1 von Soundcraft. Es gab zwar einige Rückkopplungen und Brummgeräusche während des Soundchecks, aber auch das gehört zu einem solchen Projekt. Nach längerer Zeit waren dann aber auch die Bands zufrieden mit dem Sound und beim eigentlichen Konzert mit Publikumsbeteiligung gab es weder Rückkopplungen noch sonstige Schwierigkeiten.
Gediegener ging es im Kleinen Konzertsaal zu, sowohl musikalisch als auch lichttechnisch
Schön mit anzusehen bei dieser Veranstaltung war auf jeden Fall das Engagement der Azubis, aber auch der Ausbilder und Meister. „White Noise/Black Silence“ ist zwar ein reines Azubi-Projekt, aber trotzdem standen an allen wichtigen Positionen Profis parat, um offene Fragen zu klären und Tipps zu geben. Somit konnten die Azubis an praktischen Beispielen die eine oder andere Problematik klären. Solche Projekte kann man jedem Ausbildungsbetrieb nur ans Herz legen, weil die angehenden Fachkräfte auch nur so lernen können. Wenn man dann noch eine oder mehrere Bands hat, die bereit sind, solche Projekte zu unterstützen und auch gern mal eine Stunde statt fünfzehn Minuten für den Soundcheck auf der Bühne stehen, gibt es keine besseren Bedingungen. Und auch für die Azubis ist es eine super Chance, zu sehen, was man schon kann. Außerdem wird das Selbstwertgefühl enorm gesteigert, wenn man eine ganze Veranstaltung selbst geplant und umgesetzt hat.
Text+Fotos: Simon Kropp
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